Starkregen – Teilweise Monatsmengen in 12 Stunden!

Im Einflussbereichs eines Tiefs gab es gestern (Sonntag, 28. August 2022) ziemlich viel Feuchtigkeit in der Luft und viele langsam ziehende Starkregenschauer! Diese sorgten für ziemlich hohe Niederschlagsmengen in wenigen Stunden. Es fielen punktuell an die 100mm Niederschlag in nicht einmal 24 Stunden! An einigen Wetterstationen gab es mehr Regen in 12 Stunden als normalerweise in einem gesamten August!

INCA-Analyse der ZAMG – Dunkelrote Gebiete sind jene wo 100mm gefallen sind!

Der Starkregen sorgte in Arbing und Windhaag bei Perg für Feuerwehr Einsätze!
Kleinere Flüsse und Bäche sind angeschwollen! Der Pegel der Aist in Schwertberg stiegt binnen 12h um 78cm an! 65cm alleine in nur 3,5 Stunden. Der Pegel vom Klambach in Saxen stieg ebenfalls um 71cm in 12 Stunden an.

Ort/Wetterstation Niederschlagsmenge
am 28. August 2022 (24h)
Kronberg (Bez. ZT/Waldviertel – Grenze zu St. Georgen/W.) 84,3mm
Katsdorf 59,2mm
Münzbach 53,9mm
Pabneukirchen 46,8mm
Perg/Lehenbrunn 43,9mm
St. Georgen am Walde/Endlasmühle 43,8mm
Mauthausen 43,2mm
Windhaag bei Perg 40,8mm
Baumgartenberg 40,6mm
Bad Kreuzen 37,3mm
St. Georgen am Walde/Burgstall 35,6mm
Dimbach 35,6mm
Naarn 35,4mm
Waldhausen/Waldamt 32,2mm
St. Thomas/Bl. 29,9mm

Gewitterfront mit Sturmböen! – 18. August 2022

Am Donnerstag 18. August 2022 zog gegen 17 Uhr eine Gewitterfront aus Südwest auf und brachte uns Sturmböen bis 90km/h an den Wetterstationen Dimbach und Waldhausen, kleinen Hagel und Regen zwischen 3 und 11mm! Die Feuerwehren Perg, Waldhausen, St. Thomas/Bl., St. Nikola/D. und Grein mussten ausrücken um Sturmschäden zu beseitigen! Vereinzelt gab es Stromausfälle!
 
Am Blitzortungsbild sieht man schön das die Front ihren Anfang in Korsika und Norditalien hatte!
In Kärnten und Niederösterreich forderte die Gewitterfront leider fünf Menschenleben!

 

Danke an Irmgard Leitner und Martin Mitterlehner für die Fotos!

Danke Irmgard Leitner für das Video! 

Jahrhunderthochwasser 2002 – 20 Jahre danach

Im Jahr 2002 war der Bezirk Perg von zwei Hochwasser-Ereignissen betroffen! Im Anhang sehen wir uns den Ablauf des Jahrhundert Hochwasser 20 Jahre danach an!

Das Hochwasserereignis vom 20.-22. März 2002

Vom 19.-22. März brachte eine West- bis Nordwestströmung in rascher Folge Atlantikfronten nach Mitteleuropa. Am 20. März 2002 fielen an der Wetterstation Pabneukirchen in nicht einmal 24 Stunden 50 mm Niederschlag! Gesamt gab es in den 4 Tagen rund 100 mm Niederschlag im Bezirk Perg! Aufgrund der zum Donaustrom parallelen Niederschlagszugrichtung und der flächendeckenden Starkregenereignis an der Donauzubringern und im Einzugsgebiet der Donau in Bayern gab es im Bezirk Perg ein 5-8-jähriges Donauhochwasser.

Das Hochwasserereignis vom 6.-9. August

Durch das einseitige Hochdrucksystem wurde die stabile Lage des verstärkt feuchtwarme Mittelmeerluft nach Norden liefernden Tiefdrucksystems über Nordfrankreich begünstigt. Diese Wettersituation führte am 6. und 7. August zu großräumigen Starkniederschlägen in Ostbayern, Böhmen, im österreichischen Salzachgebiet, sowie im Mühl- und Waldviertel.

Am 6. und 7. August erstreckte sich das Niederschlagsgebiet vom Tiroler Unterland über Salzburg und Oberösterreich nach Niederösterreich, wobei vor allem das östliche Mühlviertel und das Waldviertel die höchsten Zweitagesniederschlagssummen von 160 mm bis über 200 mm aufwiesen. In Pabneukirchen fielen an diesen zwei Tagen 121mm. An der Station in Allerheiligen/i.M. waren es 119 mm!

Aufgrund der extremen Niederschläge am 6. und 7. August 2002 führten sämtliche Gewässer im unteren Mühlviertel Hochwasser, wobei vor allem das Gebiet der Aist in katastrophalem Ausmaß betroffen war. Die Gemeinde Schwertberg im Bezirk Perg wurde in der Nacht vom Mittwoch den 7. August 2002 auf Donnerstag den 8. August 2002 überflutet, nachdem die Aist über die Ufer getreten war. Der gesamte Marktbereich, sowie zahlreiche Straßenzüge in Schwertberg standen ca. 1,20 m unter Wasser, teilweise noch höher. Schwertberg war von der Außenwelt abgeschnitten und wurde durch die Aist in 2 Teile geteilt. Feuerwehren, das Rote Kreuz und die Gendarmerie waren stundenlang im Einsatz um Menschen zu evakuieren und zu versorgen.

Schwertberg 2002

 

Schwertberg 2002

Für die Messstelle Schwertberg/Aist wurde am 8. August 2002 ein Spitzenabfluss von 320 m³/s ermittelt. Dieser Wert wurde beim zweiten Ereignis am 13. August 2002 mit 330 m³/s noch übertroffen. Beide Werte liegen deutlich über dem bisher bekannt gegebenen RHHQ (Rechnerisch höchstes Hochwasser) von 280 m³/s.

Maximale Durchflüsse während des ersten Ereignisses wurden am 8. August an den Messstellen Königswiesen/Große Naarn, Unterweißenbach/Kleine Naarn und St. Georgen/Gusen beobachtet. In Waldhausen/Samingbach waren die Scheitelwerte am 8. und 13. August gleich groß, und bei allen anderen Messstellen im Mühlviertel traten die größten Scheiteldurchflüsse, die teilweise nur geringfügig die Werte vom ersten Ereignis überschreiten, während des zweiten Hochwasserereignisses auf. Durchflüsse mit Wiederkehrzeiten von weit über 100 Jahren wurden unterhalb von Freistadt/ Feldaist an sämtlichen anderen Pegelstellen im Einzugsgebiet der Aist, aber auch in Leopoldschlag/Maltsch und in Waldhausen/Samingbach beobachtet.

Das Hochwasserereignis vom 11.-15. August

Am 8. August ließen die Niederschläge in Österreich nach. Das Azorenhoch verstärkte sich und veränderte seine Lage etwas nach Norden. Eine die Nordströmung abschwächende Hochdruckbrücke bis nach Skandinavien bildete sich nicht aus, im Gegenteil, die „einseitige“ Lage des Atlantikhochs bewirkte über eine von England bis nach Süditalien ausgebildete Tiefdruckrinne den erneuten Vorstoß von kalter Luft aus dem Norden bis weit in den Süden. Diese Tiefdruckrinne spaltete sich am 11. August, es entwickelte sich daraus ein sekundäres Tiefdrucksystem über Norditalien. Dieser Wirbel verlagerte sich zunächst ostwärts zur Adria und dann über die Ostalpen hinweg in Richtung Polen (Vb-Entwicklungstief). Das sekundäre Tiefdrucksystem blieb bis zum 13. August für Zentral-Europa wetterbestimmend, da der Kern nur langsam nach Polen zog. Die in ihm gehobene feucht-warme subtropische Luft aus dem Mittelmeerraum hatte auf einem breiten Streifen, der von Brandenburg über Sachsen und Böhmen hinweg bis nach Ostbayern und Österreich reichte, ungewöhnlich starken Regen zur Folge.

Am 11. und 12. August traten Niederschläge entlang der gesamten Alpennordseite von Vorarlberg bis nach Niederösterreich auf. Die Zentren der größten Niederschläge wurden im Ennstal, im Salzkammergut und wiederum im Mühl- und Waldviertel beobachtet.

Die Wasserführung von Traun und Enns verschärfte die Situation an der Donau maßgeblich. Großflächige Überflutungen im gesamten Donautal im Machland waren die Folge.

Die neuerlichen Niederschläge am 11. und 12. August 2002 führten auch aufgrund der hohen Vorbefeuchtung der Böden zu einer in der räumlichen Ausdehnung und in der Höhe der Abflussspitzen noch schlimmeren Hochwassersituation als beim ersten Ereignis. Diesmal waren sämtliche Gewässer im unteren Mühlviertel vom Hochwasser betroffen, obwohl die Niederschläge im unteren Mühlviertel geringer waren als beim Ereignis vom 6.-8. August. Die Abflüsse vom 7.-8. August wurden an einigen Gewässern wieder erreicht und größtenteils überschritten. Nur an wenigen Messstellen, an der Feldaist, der Kleinen und Großen Naarn, bzw. an der unteren Gusen waren die Spitzenabflüsse vom 7.-8. August größer. Besonders kritisch entwickelte sich wiederum die Situation im Aisttal. In der Nacht von Montag, dem 12. August 2002 auf Dienstag, den 13. August 2002 wurden die selben Teile Schwertbergs wie beim ersten Ereignis überflutet, nur dieses Mal stand Schwertberg noch tiefer unter Wasser. Der Spitzenabfluss bei Schwertberg/Aist vom 8. August (320 m³/s) wurde mit 330 m³/s am 13. August noch übertroffen.

Das Donauhochwasser vom 12. bis 15. August sorgte dafür das der Pegel in Grein den Maximalwert aus dem Jahre 1899 um ca. 60 cm überschritt. Die Zuflüsse aus der Traun und Enns beeinflussten die Wasserführung der Donau maßgeblich, wie der rasche Anstieg der Hochwasserwelle der Donau am 12. August an der Messstelle Mauthausen in der folgenden Abbildung zeigt.

Grein 2002

In Pabneukirchen fielen im August 2002 389 mm Niederschlag! Das ist die 5- fache Monatsniederschlagsmenge und um 179 mm mehr als der bis dahin höchste August Niederschlag vom Jahr 1955! (210mm im August 1955).  In Allerheiligen/i.M. fielen im August 2002 415 mm Niederschlag!

Quelle:
BML (Lebensministerium)
Bezirksrundschau
Onlineportal Strudengauwetter

Sonnig und zu warm – Juli 2022 Rückblick

Überdurchschnittlich viel Sonnenschein gab es im Juli 2022! Mit 82,5 Stunden Sonnenschein mehr als üblich verlief der Juli 2022 als dritt-sonnigster Juli der Messgeschichte! 
Mit 19,4 Grad im Mittel lag die Durchschnittstemperatur um 2,3 über der normalen Mitteltemperatur. 
In Sachen Niederschlag ging er deutlich zu trocken zu Ende! Nur 64% der üblichen Niederschlagsmenge fielen! 

 

Wetterrückblick Juli 2022

Durchschnittliche Temperatur: 19,4°C (um 2,3°C zu warm)
max. Temperatur: 31,9 °C (am 20. des Monats)
min. Temperatur: 10,1°C (am 02. des Monats)

 

Niederschlag: 75,5 mm (um 42,6 mm zu wenig = 64% des 60 Jährigen Mittel)
max. Niederschlag / 24h : 18,0 mm (26. des Monats)

Sommertage (Temp. max >25°C): 16
Tropentage (Temp. max >30°C): 5
Gewittertage: 8
Hageltage (Korngröße >0,5cm): –
Sturmtage (>60km/h): –


Sonnenstunden: 306,5 Stunden hat die Sonne im Juli 2022 geschienen! Das sind um 82,5 Stunden zu viel. Die Prozentuelle Zahl beträgt somit 137% des 60 jährigen Durchschnitt!

Bericht: (c) Strudengauwetter
Daten: (c) Strudengauwetter (Wetterstation Pabneukirchen)

Tornadoverdacht in Waldhausen – 30. Juli 2022

Eine Webcam der Marktgemeinde Waldhausen im Strudengau hat am Samstag 30. Juli 2022 im Zuge eines Gewitters um 19:30 Uhr einen möglichen Tornado aufgenommen! 

Laut Augenzeugin konnte eine Rotation des „Wolkenrüssels“ beobachtet werden! 
Schäden sind keine bekannt! Aufgrund der zu wenigen Beweisen bleibt dieser ein Verdachtsfall!

Sollten Sie Beobachtungen und/oder Fotos zu diesem Fall haben, dann bitten wir Sie um Zusendung per Mail: office@wetter-strudengau.at